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PROJEKTE * Camp
Die beiden Karenni Camps liegen in den weitläufigen Bergtälern nahe der Thai Burma Grenze. Die ersten Bewohner waren 1985 auf der Flucht vor dem Völkermord in Karenni hier angekommen. Was als flüchtige Siedlung im Dschungel errichtet worden war, ist angewachsen – auf Thai Boden. Die Behörden gewährten den Flüchtigen das Recht zu bleiben, solange sie das „Camp“ nicht verliessen. Heute leben 20.000 Karennis, Angehörige der unterschiedlichsten Ethnien, in Camp 1. Privatsphäre gibt es keine, auch keinen Strom, kein Telefon, und ab neun am Abend Ausgangssperre. Kein Kontakt zum 21. Jahrhundert, welches praktisch vor ihrer Tür liegt. Die wenigen grossen NGOs, die sich der schwierigen Aufgabe dort Hilfe zu leisten gestellt haben, müssen bei Einbruch der Dunkelheit die Hüttenstadt verlassen. Fremden ist der Zutritt seit 2003 verboten. NEUES LEBEN
KARENNI SCHULSPIELE Die Spiele fanden in beiden Karenni Camps sowie zwei der drei Long Neck Villages statt, welche in Summe etwa 25.000 Karenni beherbergen. Ein Grossteil sind Kinder und Jugendliche. Die meisten von ihnen kennen nur das Leben im Lager. Ziel der Veranstaltung : Die Schulspiele wurden organisiert und durchgeführt von KED - Karenni Education Department In Zusammenarbeit mit KSU - Karenni Student Union Die Schulspiele begannen am 21. Dezember 2005 in Camp 1 und wurden mit einem Fussballspiel eröffnet. Die Spiele: Abendprogramm Redewettbewerb, Singen , Geschichtenerzählen sind in einer Kultur, die von der Auslöschung bedroht ist ein wichtiger Teil zum Weitergeben von Traditionen Endveranstaltung mit Preisverleihung am 23. Dezember Preise: Notizhefte,Hygieneartikel, Fussbälle Einen Grossteil der Kosten spendete der Verein „Beamte Helfen“
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| Kulturstudie in Karenni Camp 1 In Zusammenarbeit mit dem Karenni History and Culture Research Department wurde ein Grundkonzept für eine Studie erarbeitet. Ziel dieser Studie ist die Wiederherstellung der kulturellen Identität der Karenni in und ausserhalb der Camps durch 1.Feststellen der Kultur Partner sowie finanzielle Unterstützung willkommen
20 Jahre auf der Flucht, als unerwünschter Fremder, ohne Land und ohne Rechte, löschen die Geschichte und die Traditionen dieser alten noch lebendigen Kultur aus. Dabei sind auch sie Teil unseres kulturellen Vermächtnisses. Mit ihnen verschwindet ein riesiges Archiv an Wissen von unzähligen Alten, Heilern, Bauern, Fischern, Hebammen, Dichtern und Künstlern. Deshalb unser aller Herzenswunsch: Erst dann können wir einander verstehen und von einander lernen. Begründung: 65% der Camppopulation sind unter 18 Jahren, die meisten wurden im Camp geboren und sind dort aufgewachsen, ohne das Camp jemals zu verlassen. Westliche NGOs haben limitierten Zugang zum Camp und deshalb oft eine ungenaue Kenntnis der Zielgruppe, sowie der tatsächlichen Probleme an der Basis. Auch fehlt grossteils eine direkte Zusammenarbeit mit den Führungspersönlichkeiten im Camp. Der Effekt von westlich organisierten Trainings zu verschiedensten Themen auf die Camppopulation wird von den Führern als zweigeteilt beschrieben: Einerseits wird den Flüchtlingen Zugang zu bisher vorenthaltener Bildung ermöglicht. Andrerseits hat das vermittelte Wissen oft keinen Bezug zu der Kultur, in die es eingebracht wird und stiftet so Verwirrung unter der jungen Generation, die sich immer mehr von der älteren Generation entfernt. Die ältere Generation, der es an Mitteln und Unterstützung zum Weitergeben ihrer kulturellen Werte, Traditionen , Wissen etc... fehlt, muss zusehen, wie das uralte Wissen ihrer Kultur verschwindet. Der Generationskonflikt ist immens. Wie aus Studien bereits hervorgeht (Wade Davis) ist es essentiell die Erhaltung der kulturellen Identität in die Entwicklungszusammenarbeit einzubinden. Bei Unterlassung endet dies in einer blossen Verlagerung des Konfliktes: Für die Mehrheit dieser vom Westen „entwickelten“ Völker endet die Trennung von den eigenen kulturellen Wurzeln unweigerlich in den Slums der Grosstädte. Statt des versprochenen Paradieses finden sie doch nur einen Platz auf der untersten Sprosse einer wirtschaftlichen Leiter, die nirgendwo hinführt. Unfähig zur Vergangenheit zurück zukehren, jeglicher moralischer und ethischer Einschränkungen beraubt.Unser westliches Modell, der Ausdruck unserer kulturellen Werte, hat vielerorts versagt. Eine gefährliche Situation.
1. Geschichte Karennis Geschichte reicht 3000 Jahre zurück. Wenige Aufzeichnungen und Recherchen sind vorhanden. Für eine Sicherung der Identität ist Kenntnis der eigenen Geschichte essentiell. Basierend auf dem bereits vorhandenen Material wird die Gechichte recherchiert, und das Material publiziert. Bücher, die im Schulunterricht zum Einsatz kommen garantieren ein Weiterleben der eigenen Geschichte. 2. Animismus Der starke Naturgeisterglaube herrscht heute noch vor. Auch anderwärtig
orientierte Religionen wie Christentum und Buddhismus sind mit animistischen
Elementen durchmischt. Animismus ist ein stark mit der Natur und dem Land
verbundener Glaube. Durch den Landverlust gewinnen andere Glaubenssysteme
an Einfluss. 3. Traditionelle Medizin Über viele Jahrhunderte hindurch behandelte man Krankheiten auf traditionelle Weise mit Pflanzenmedizin. Dieses Wissen ist kaum mehr vorhanden.Die Einführung westlicher Medizin als neues Wundermittel führte zur Medikamenten Abhängigkeit und Misbrauch.Selbst für harmlose Krankheiten wie Grippe sind keine Hausmittel mehr vorhanden.Durch das Aufzeichnen traditioneller Heilmethoden und Publizieren in Büchern wird das Wissen den Menschen wieder nahegebracht und ist so ein weiterer Schritt zur Selbständigkeit. 4. Familienmanagement Die Struktur in den Familien folgte bestimmten Regeln, die der Kultur
ihr Überleben über die Jahrhunderte hinweg ermglichte.
Ebenso sind die Dorfgemeinschaften gut organisiert. Demokratie ist Basis – sie hat einen anderen Namen und wird etwas anders gehandhabt als im Westen. Rechtssysteme etc. sind vorhanden. Durch ständige Vertreibungen ist dieses System in Unordnung geraten. Durch ein Niederschreiben des traditionellen Community Managements kann es den Karenni wieder nahegebracht werden. Einem Konflikt mit den im Land noch existierenden Gemeinden durch westliches Management kann somit vorgebeugt werden.
Als ein wichtiger Teil der Kultur werden diese aufgezeichnet und publiziert. 7. Landwirtschaft Als Volk ohne eigenes Land hat man keine Möglichkeit anzubauen.
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